• Junge Priesterin der Herrin des Nebels von adeliger Abstammung, verlobt mit Tristeyn von Sariyal.
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    Es war nur die halbe Wahrheit und er wusste es. Aber es war alles, was er sich einzugestehen bereit war. Tatsächlich hatte er Nimea nicht mitnehmen wollen, doch Eyra hatte darauf bestanden. Sie war jung, die einzige Tochter eines Feygeschlechts, das dem Thron nahe stand. Ihre Geburt war wie ein Wunder für ihre Familie gewesen, die nach der großen Seuche alle Hoffnung auf das Fortbestehen ihres Hauses zu Grabe getragen hatte. Nimea war erst vor Kurzem in die Priesterschaft eingetreten und sie brauchte die Erfahrung, die sie durch Reisen gewinnen konnte. Dennoch hätte er sich gewünscht, dass es nicht ausgerechnet diese Reise gewesen wäre, die Eyra für sie ausersehen hatte. Es war ihm unpassend erschienen, sie hierher zu bringen. An einen Ort, der nichts mit dem Leben gemein hatte, für das er sich entschieden hatte.

    ...

    Doch wenn sie Nimea ansah, konnte sie es keinem Mann verdenken, dass er sein Leben geben wollte, um sie zu schützen. Sie war zart, zierlich, so zerbrechlich, dass sie sich sorgte, dass ein scharfer Windstoß sie von ihrem Asviran fegen könnte wie eine Strohpuppe. Gegen sie fühlte Lyân sich wie eine plumpe Riesin. Nimea war die schöne Feyprinzessin, die sie in ihren Mädchenträumen gerne gewesen wäre. Sie war sanft und freundlich, bewegte sich mit einer tänzerischen Grazie, die ihr niemals zu eigen gewesen war. Und wenn sie sprach, tat sie es so melodisch, dass man verzaubert ihren Worten lauschte.


    Quelle: Falkenseele