Syaines Tränen

  • Weiße Rosen, die kristallene Tränen absondern, wenn man sie berührt.

    Er hielt nicht an, führte sie die Treppe hinauf, über die er den Platz betreten hatte.

    »Es waren die liebsten Blumen meiner Mutter. Man nennt sie Syaines Tränen.«

    »Tränen?«

    Anstelle einer Antwort strich er leicht über die Blütenblätter der Rosen, die sich um eine Säule neben dem Portal rankten. Ein Regen von feinen Tropfen ging auf den Boden nieder, glitzerte wie Morgentau auf einer Wiese. Der König hatte einige der Tröpfchen aufgefangen. Er nahm ihre Hand und ließ sie auf ihre Handfläche rieseln.

    »Oh!« Neah starrte auf die funkelnden Kristalle, die sich aus den Blüten ergossen hatten, berührte staunend ihre glatte, harte Oberfläche. Sie waren wie winzige Diamanten.

    »Man sagt, dass es die ungeweinten Tränen der ersten Feykönigin sind, die ihren Gemahl im Kampf gegen die Dunklen verloren hat. Sie sind ein Symbol für ihre ewige Liebe.« Seine Stimme klang gepresst. Neah blickte ihn an und erkannte die Trauer, die seine Augen verdunkelte.


    Quelle: Der Fluch des Drachen