Einhorntöchter

  • Töchter des Herrn der Wälder, des ersten Einhorns, mit sterblichen Frauen gezeugt.
    Zitat

    Die Töchter, die der Herr der Wälder zeugte, waren keine gewöhnlichen Geschöpfe. Das Einhornblut in ihren Adern verlieh ihnen starke magische Fähigkeiten. Sie entwickelten sich bei jedem seiner Kinder in eine andere Richtung. Manche, wie Gwynna, besaßen eine außergewöhnliche Heilkraft, andere trugen Schönheit in die Welt. Bei Elynah und ihr selbst war es die zauberische Stimme, die Bilder beschwor und den Geist beeinflusste, wenn sie es wünschten. Man hielt Einhorntöchter für Auserwählte, die eine wichtige Rolle im Gefüge der Welt spielen sollten, erzählte sich, dass das Berühren ihres Hornes Glück brachte. Was Sylveine betraf, so zweifelte sie jedoch an beidem.

    Denn das Erbe des Herrn der Wälder besaß auch eine Schattenseite. Sein Blut in ihren Adern verlieh Unsterblichkeit und ewige Jugend. Es war kostbar wie das Blut eines tatsächlichen Einhorns und es machte sie zu Gejagten. Die einst unschuldigen Kreaturen, die sich früher offen gezeigt hatten, mussten rasch lernen, dass ihnen nicht jeder wohlgesonnen war. Unzählige Male war ihr Blut geflossen und hatte den Boden der Nebellande getränkt. An vielen Orten wuchsen die sternförmigen, weißen Blüten mit dem blutroten Inneren, die man Einhornblut nannte. Sie gaben Zeugnis davon ab, dass dort eine von ihnen zu Tode gekommen war.

    Einhorntöchter verbargen sich seither sorgfältig. Sie versteckten ihre wahre Gestalt hinter einer Illusion. Allein der helle Fleck auf ihrer Stirn, die Stelle, an der ihr Horn saß, blieb zurück. Seine Magie war zu stark, um es gänzlich zu verbergen, sein Glühen durchbrach jedes Trugbild. Das Horn war die Wurzel ihrer Kräfte. Es durchdrang jeden Zauber, war eine mächtige Waffe, aber gleichzeitig das Merkmal, das sie verriet. Sie lernten, niemals ihre Stirn zu offenbaren, stets zu schützen, woran man sie zu erkennen vermochte.


    Quelle: Meister der Masken